Herzlichen Glückwunsch!

Im April 2014 feierte der Deutsche Naturheilbund (DNB e,V.),

der Dachverband der Deutschen Naturheilvereine,
sein 125-jähriges Bestehen!

Wow ! 125 Jahre !

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125 Jahre Deutscher Naturheilbund e. V.
Eine Gesundheitsbewegung im Wandel der Zeit
 
 
Der Deutsche Naturheilbund eV ist die älteste Laienvereinigung auf dem Gebiet der Naturheilkunde: Vor 125 Jahren entstand dieser Dachverband, der sich mit seinen regionalen Naturheilvereinen für die Verbreitung und Anerkennung naturheilkundlicher Therapien engagiert.
Ein Überblick über verschiedene historische Etappen und Stationen.
 

Naturgemäß leben und heilen hat Tradition

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand eine ausgeprägte naturheilkundliche Laienbewegung. Aufkommende Industrialisierung, die 60-Stunden-Arbeitswoche, Verstädterung, Verdichtung der Lebensräume erzeugten soziale Spannungen und belasteten zunehmend Gesundheit und Lebensqualität. Nur wenige Menschen konnten sich die Dienste approbierter Ärzte leisten.

 

In dieser Situation wandten sich immer mehr Bürger sogenannten Laienheilern zu. Diese als "Kurpfuscher" bekämpften Behandler verfügten über Erfahrungen in der Anwendung einfacher natürlicher Mittel. In den 1830er Jahren erlangten die Heilerfolge von Vinzenz Prießnitz (1799-1851) in Europa eine hohe Popularität, er schuf mit den Heilkräften des Wassers, der Ernährung und Bewegung an Licht und Luft ein ganzheitliches Kursystem und begründete damit das Fundament der neuzeitlichen Naturheilkunde. Zahlreiche Wasserheilanstalten unter ärztlicher Leitung entwickelten dieses Kurmodell wegen seiner hohen Effizienz weiter. Zum Gedenken an seine medizinischen Verdienste ehrte die UNESCO 1999 Prießnitz zu seinen 200. Geburtstag.

 

Der Boom für "volksverständliche Heilweisen"

Mit einfachen natürlichen Mitteln erfolgreich Krankheiten zu behandeln beeindruckte die Menschen zunehmend; viele Bürger aus der Mittelschicht gründeten in den Städten "Vereine für volksverständliche Gesundheitspflege und arzneilose Heilweise" mit zahlreichen Mitgliedern. Daraus bildeten sich Verbandsstrukturen, die dem segensreichen Wirken mehr Öffentlichkeit verschafften. Schließlich entstand 1889 als Dachverband der "Deutsche Bund der Vereine für Gesundheitspflege und arzneilose Heilweise" mit Sitz in Berlin. Dieser Verband feiert nun als "Deutscher Naturheilbund eV" mit Sitz in Pforzheim sein 125jähriges Bestehen.

 

Vor 100 Jahren, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, erreichte dieser "Deutsche Bund" durch zielstrebige Verbandspolitik und als Darlehensgeber zahlreicher gesundheitsfördernder und sozialer Projekte die stattliche Zahl von 900 verbandszugehörigen Naturheilvereinen mit fast 150.000 Mitgliedern. Die großen Vereine unterhielten Familiengärten, Luftbäder mit Spielplätzen, richteten Kur- und Dampfbäder ein, schufen Erholungs- und Heimstädten, Ferienkolonien und Büchereien, verliehen Badegeräte und boten Kurse in Krankenpflege. Manche verfügten sogar über einen naturheilkundigen Vereinsarzt.

 

Die Errichtung des ersten Naturheilkrankenhauses, das "Prießnitz-Haus" bei Berlin, konnte aus Spenden der Vereinsmitglieder erbaut werden; als klinisches Lehrkrankenhaus unter Leitung von Prof. Franz Schönenberger, dem ersten Lehrstuhlinhaber für Naturheilkunde in Berlin, war es der Charité zugeordnet. Diese segensreiche Entwicklung fiel genauso wie viele bedeutende Vereins-Aktivitäten für die Volksgesundheit dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

 

Die Natur hat Antworten auf die zunehmenden Gesundheitsdefizite

Nach Hunger, Flüchtlingsströmen und Wohnungsnot blieb auch viel von den ursprünglichen Idealen der Naturheilbewegung auf dem Weg ins Wirtschaftswunderland auf der Strecke. Dem Verband und seinen Vereinen stellten sich bald neue Herausforderungen: die beschleunigte Zunah-me chronischer Zivilisationskrankheiten verlangt bis in unsere Gegenwart zuverlässige Antworten; die Naturheilkunde bietet sie in vielen bewährten und wissenschaftlich gesicherten Präventions- und Heilmethoden. Sich kundig machen, wie die Natur heilt, ist heute die zentrale Botschaft der Laien-Gesundheitsbildung in den Naturheilvereinen.

 

Konzepte in der Gegenwart 

Über ihre eigenen Jahresprogramme hinaus treten die Naturheilvereine zum jährlichen "Tag der Naturheilkunde" am 2. Wochenende im Oktober unter einem gemeinsamen Leitgedanken mit Vorträgen, Workshops und Aktionen an die Öffentlichkeit, erfahrene Therapeuten vermitteln Kenntnisse über wirksame Therapien und geeignete Naturheilmittel. Alle diese Leistungen erbringen die Vereine ehrenamtlich und ohne öffentliche Förderung.

 

Das jüngste und schon sehr erfolgreiche Aktionsfeld ist seit 2012 eine Ausbildung zum "Naturheilkunde-Berater DNB". Hierbei werden unter ärztlicher Leitung neben solidem naturheilkundlichem Grundwissen praktische Anwendungen für Alltag und Heilpraxis vermittelt und damit die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit gefördert.

 

Im Deutschen Naturheilbund sind etwa 50 Naturheilvereine mit ca. 12.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Die ehrenamtliche Führung des Dachverbandes besteht aus Heilpraktiker Willy Hauser (Präsident), Allgemein-Arzt und Dipl.-Biologe Peter Emmrich und Prof. Dr. med. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Uni Rostock, sie werden unterstützt von einem Präsidium, dem Vereinspraktiker angehören und einem Wissenschaftlichen Beirat.