Licht und Sonne

 

Alle haben wir Angst vor Krebs und meiden die Sonne, pinseln uns Sonnencreme mit höchsten

Schutzfaktoren auf die Haut. Viel Sonne kann im Alter zu weißem Hautkrebs, dem Basaliom

führen. Und viele Sonnenbrände in der Jugend sind statistisch ein Risiko für schwarzen Hautkrebs,

das Melanom. Aber Sonne schützt auch vor Krebs: Leute, die viel draußen sind, sterben seltener an

Krebs der Bauchspeicheldrüse, des Darmes, der Brust oder der Proastata.

 

Zuviel Sonne kann Ärger machen. Ein MindestQuantum Sonne aber brauchen wir.

Seit dem Altertum ist das bekannt. Sonne heilt! Wir nennen das heute „Heliotherapie“.

Sonnenbäder, im Hochgebirge, an der See, im Sonnenstudio, verbessern die Gesundheit;

denn unter der Hautoberfläche wird mit der UVB-Strahlung aus Cholesterin VitaminD gebildet.

Und das wirkt nicht nur im Knochen und im Darm, sondern in allen Zellen des Organismus,

besonders in der Niere und der Bauchspeicheldrüse, in Brustdrüse, Prostata und Blutgefäßen.

VitaminD ist ein Hormon und wirkt wie ein Medikament. Jede Zelle hat VitaminD-Rezeptoren,

über die Calcidiol, das aktive VitaminD, ins Zellinnere gelangt und dort Genen Signale gibt.

So werden Blutgefäße elastisch gehalten und der Blutdruck bleibt normal. Herzinfarkt und

Schlaganfall können vermieden werden. Insulin wirkt besser und Zuckerkrankheit kann ausheilen

Entzündungen können verringert werden, weil VitaminD dieTH2-Zellen aktiviert und die

Immun-balance wieder herstellt. Die Knochen können mehr Calcium in ihr Kristall einbauen, die

Muskulatur wächst kräftiger und elastischer.Die Sturzgefahr im Alter verringert sich.

Multiple Sklerose, eine schwer erkennbare, langwierige Erkrankung mit wechselhaften

Entzündungen der Nervenhüllen ist eine VitaminD-Mangelkrankheit, die nur nördlich des

50.Breitengrades vorkommt, weil es im Winterhalbjahr an UVB-Strahlung mangelt.

VitaminD hemmt entartetes Zellwachstum. Krebszellen werden von VitaminD in den Tod

geschickt: die Apoptose schädlicher Zellen, der programmierte Zelltod wird bei hohen VitD-

Werten im Serum eingeleitet.

Vitamin D wirkt schmerzlindernd bei Muskel- und Gelenkschmerzen, Myalgie und Arthrose.

Es fördert die Produktion von Serotonin(Glückshormon) und Dopamin(Antiparkinsonmittel).

und es produziert körpereigene Bakterienvernichter(Antibiotika), wirksam gegen Tuberkulose.

 

Wir brauchen die ausreichende Aktivierung aus den Vorstufen oder die Substitution.

Unser Ziel ist ein erfolgversprechender Wert im BlutSerum:

25-(OH)-VitD soll zwischen 30 – 75 ng/ml oder 75 – 187 nmol/L liegen.

 

Im Sommer (April bis September) bilden wir, je nach Hauttyp, in 10 -30 Minuten Mittagssonne

mit Badebekleidung 20.000 I.E. VitaminD täglich! Überschüsse können im Fettgewebe gespeichert

werden und helfen so lange durch den Winter. Sinken die Reserven soll substitutiert werden.

Täglich sollen wenigstens 2000 I.E. zugeführt werden, das gelingt mit 20 g Lebertran oder

200 g Hering, 300 g Lachs, 500 g Sardinen, 1 kg Avocado, 2 kg Shitake, 2,5 kg Champignons oder

5 kg Butter. Einfacher, als diese unsinnigen Mengen pflanzliche Nahrung aufzunehmen, sind Fertig-

präparate aus dem Gesundheitsladen oder der Apotheke (z.B. 5 Tropfen `Biotics-D-Mulsion´ aus dem

NZN oder 8 Hub `VitD liquid´ von DrRath) oder vom Hausarzt Dekristol® mit 20.000IE.

 

Vorsicht ist geboten, wenn andere Medikamente genommen werden, da Vitamin D sehr viele

Stoffwechselwege beeinflußt. Eine Überdosierung aber, wie früher angenommen, ist schier

ausgeschlossen. Über mehrere Monate müssten mehr als 100.000 I.E. täglich genommen werden.

Es kann zu Kalksteinen in der Niere kommen. Vorboten sind Calciumspuren im Urin, der Urin

wird kalkig, manchmal trüb. Müdigkeit und Schwäche kann auftreten. Knochen- und Gewebs-

veränderungen sind bisher nicht nachgewiesen.

 

Erich J. Conradi

 

 

Abb. Gröber U, Kisters K, 2011